Stiftung Finanzverstand GmbH

In Deutschland befinden sich derzeit mehr als 900 000 Menschen in Insolvenz. Der BV-INSO – Bundesverband Menschen in Insolvenz und neue Chancen ist die bundesweite Interessenvertretung der Menschen, die verantwortlich mit ihrer Insolvenz umgehen.

Der BV-INSO verfolgt als gemeinnütziger Verein drei Ziele:

   1.    Hilfe zur Insolvenzvermeidung
   2.    Unterstützung für Menschen in Insolvenz
   3.    Öffentlichkeitsarbeit für eine Kultur der 2. Chance

Im BV-INSO unterstützen sich Menschen dabei, Verantwortung für ihre Situation in bzw. vor der Insolvenz zu übernehmen. Dazu bietet er Informationsveranstaltungen, moderierte Gesprächskreise der “Anonyme Insolvenzler” und Einzelberatungen in bundesweit 12 Regionalgruppen an. Darüberhinaus kooperiert der BV-INSO mit einem Netzwerk von Experten und wirkt mit an der Reform der Insolvenzrechtsordnung.

Der BV-INSO – Bundesverband Menschen in Insolvenz und neue Chancen ist die bundesweite Interessenvertretung der Menschen in Insolvenz in Deutschland. Der Verband spricht als „Stimme der Betroffenen“ für mehr als 900 000 Menschen, die derzeit von Insolvenz betroffen sind.

Er hat drei Arbeitsschwerpunkte:

1. Hilfe zur Insolvenzvermeidung
2. Unterstützung der Betroffenen während der Insolvenz und
3. Hilfe beim Neustart.
Insolvenz ist ein Tabuthema in Deutschland, wenn es um die eigene Betroffenheit geht. Damit verbunden sind Ängste, Scham und Schuldgefühle, viele fühlen sich in der Gesellschaft stigmatisiert. Das Gefühl, gescheitert zu sein, führt oft zu Rückzug, Kompensation oder Depressionen. In vielen Fällen haben UnternehmerInnen Suizidgedanken, wie an einem aktuellen und prominenten Beispiel deutlich wird:

In einer persönlichen Erklärung teilte die Familie mit: „Die durch die Finanzkrise verursachte wirtschaftliche Notlage seiner Firmen und die damit verbundenen Unsicherheiten der letzten Wochen sowie die Ohnmacht, nicht mehr handeln zu können, haben den leidenschaftlichen Familienunternehmer gebrochen, und er hat sein Leben beendet.“ Adolf Merkle habe für seine Familie und seine Firmen gelebt und gearbeitet, erklärten die Angehörigen.

„Reden hilft“ stellt Attila von Unruh fest, der selber als Unternehmer Insolvenz in 2005 anmelden musste, nachdem ein großer Kunde zahlungsunfähig wurde „Von Insolvenz betroffene Menschen benötigen einen geschützten Raum, in dem sie offen über ihre emotionale Situation reden können und sich mit Gleichgesinnten austauschen können.“

Im Herbst 2007 gründete er in Köln den ersten Gesprächskreis “Anonyme Insolvenzler”. Über das Internet wurde das Angebot sehr schnell bei Betroffenen bekannt, weitere Gesprächskreise entstanden im Namen der Anonymen Insolvenzler. Inzwischen ist es die größte deutsche Selbsthilfegruppe von Menschen, die von Insolvenz betroffen sind. Regionalgruppen in Köln, Hamburg, München, Berlin, Düsseldorf, Hannover, Dortmund, Frankfurt und Wien (Start 7. Juli 2010) bieten Betroffenen die Möglichkeit, gemeinsam in geschütztem Rahmen offen über die Themen zu reden, die sie emotional berühren. Die Kraft der Gruppe macht Mut und eröffnet neue Perspektiven. Die Initiative ist politisch, wirtschaftlich und konfessionell unabhängig, es wird keine Rechts- oder Steuerberatung angeboten. Alle Angebote sind kostenlos und richten sich an Verbraucher und Unternehmer.

Im Verband arbeiten kompetente und engagierte Menschen ehrenamtlich zusammen. Unter den Ansprechpartnern beim BV-INSO befinden sich z.B. Unternehmer, Steuerberater, Rechtsanwälte, Medienexperten, Existenzgründungsberater, Wirtschaftsprüfer, Ärzte und Therapeuten. Viele von ihnen sind durch widrige Umstände in die Insolvenz geraten (Krankheit, falsche Anlagenberatung, Scheidung, Immobilienspekulation). Sie erfahren Unterstützung durch den Verband und geben gerne Unterstützung weiter.

Welche Gruppe von „Betroffenen“ kommt zu den Gesprächskreisen Anonyme Insolvenzler und engagiert sich im BV-INSO?

Die Unterschiedlichkeit der Menschen in Insolvenz ist sehr groß – in der Öffentlichkeit herrscht ein negatives, stereotypisches Bild von „Betroffenen“ vor (Konsumschuldner, können nicht mit Geld umgehen, selber Schuld > Schulden = Schuld).
In der Wahrnehmung von Menschen, die mit „Insolvenzlern“ zu tun haben – z.B. Schuldnerberatern, Insolvenzverwaltern, Politikern und Richtern überwiegt häufig das Bild von Menschen, die ihr Leben nicht im Griff haben, Konsumschuldner sind, sich strafbar gemacht haben und nicht als Ansprechpartner im Verfahren geeignet sind.

Zu den Gesprächskreisen kommen Menschen, die erkannt haben, dass sie ein Problem haben und die versuchen, eine Lösung zu finden. Damit ist der entscheidende Schritt getan, bereit zu sein, sich mit seiner persönlichen Situation auseinanderzusetzen und Hilfe zu erfahren. Häufig fühlen sich diese Menschen von der finanziellen Krise völlig überfordert und befinden sich in einer Art Schockzustand und Lähmung. Über die Gesprächskreise können sie Unterstützung bekommen, wieder handlungsfähig zu werden.

Im BV-INSO engagieren sich Menschen, die versuchen, konstruktiv mit ihrer Situation in oder vor der Insolvenz umzugehen und bereit sind, aus ihren Fehlern zu lernen und Verantwortung für ihre Situation zu übernehmen. Es sind kaum Menschen mit Konsumschulden, sondern i.d.R. viele „Unternehmertypen“, die in ihrem Leben Dinge bewegt haben. Es ist kein Club von „Opfern“, die dazu neigen, die Banken, Politik und Gesellschaft für ihre Situation verantwortlich machen, sondern Menschen, die ihr Leben lang Steuern bezahlt haben, Arbeitsplätze geschaffen haben und Teil der Gesellschaft waren – bis zum Zeitpunkt ihrer Insolvenz, in der sie Ausgrenzung und Entmündigung erfahren.

„Ich fordere die Verantwortlichen auf, ihre eigenen Klischees und Vorurteile kritisch zu überprüfen und ins Blickfeld zu nehmen, dass von Insolvenz betroffene Menschen häufig ein großes Potential in sich bergen und ihre Erfahrungen zum Wohle der Gemeinschaft einbringen können. Es geht darum, Betroffene zu Beteiligte zu machen und Rahmenbedingungen zu schaffen, die brachliegenden Potentiale zu nutzen. Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen immer die Menschen.“ erklärt Attila v. Unruh, Vorsitzender des BV-INSO – Bundesverband Menschen in Insolvenz und neue Chancen.

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Nümbrechter Straße 10, 51545 Waldbröl
Tel.: 02291 9129396
Fax: 02291 9129397
E-mail: info@stiftung-finanzverstand.de
www.stiftung-finanzverstand.de

Geschäftsführer: Attila v. Unruh, Jürgen Vollberg
Handelsregister Siegburg HR B 12749
Steuernummer: 212/5815/0799
Gerichtsstand: Köln

 

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