Wohnungsmangel in Deutschland Zu teuer, zu wenig, zu schädlich
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Das Dilemma der Bundesregierung

Das Dilemma der Bundesregierung liegt auf der Hand: einerseits erfordert die Sorge ums Klima, dass immer schärfere Vorschriften erlassen werden müssen. Andererseits muss etwa preiswerter als heute gebaut werden, um Wohnungen im bezahlbaren Segment zu schaffen.

Auch der immense Anstieg der Grundstückspreise steht im Widerspruch zu dem Ziel der Regierung, bezahlbaren Wohnraum zu fördern. Eine am Donnerstag vom Verbändebündnis Wohnungsbau vorgelegte Studie zeigt, dass der Durchschnittspreis pro Quadratmeter Bauland seit der Jahrtausendwende bis 2015 um 42 Prozent gestiegen ist. „Inzwischen werden kaum noch Grundstücke ausgewiesen ¬ oder nur zu Höchstpreisen“, sagte BFW-Vizepräsident Frank Vierkötter.
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„Die Konzeptvergabe spielt noch immer eine Nebenrolle ¬ und selbst hier ist der Preis ein ausschlaggebender Faktor.“ Diese Steigerungen könnten vom Investor nicht durch den Bau von Wohnungen mit einfachen Standards aufgefangen werden. Steigende Baulandpreise wirkten sich zwangsläufig auf den Gebäudestandard und den Miet- und Verkaufspreis der Wohnungen aus.

Auf der Wirtschaftsministerkonferenz in Hamburg stieß dagegen der Klimaschutzplan 2050 der Umweltministerin erwartungsgemäß auf breite Kritik. Das Handelsblatt hatte bereits über den Hauptkritikpunkt, der bisher bekannte Maßnahmenkatalog berge hohe Risiken für den Wirtschaftsstandort Deutschland, berichtet.
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Die Wirtschaftsminister der Länder baten das Ministerium erneut, den finalen Entwurf des Klimaschutzplanes vor der abschließenden Kabinettsbefassung mit den betroffenen Verbänden und den Ländern abzustimmen. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) deutete Änderungen an dem Plan an. Mit dem Entwurf stehe Hendricks jetzt im Konflikt mit vielen, sagte der SPD-Chef am Donnerstag beim Kongress des Bundesverbandes der Energiewirtschaft (BDEW). Es sei nun etwas Zeit nötig, um sich mit den Details zu beschäftigen und über das Für und Wider zu beraten.

Alle hätten den Plan aber gewollt, der Leitplanken für die deutschen Ziele für 2030 und 2050 im Lichte der Weltklimakonferenz von Paris errichten soll. „Ob das, was im Entwurf drin steht, verändert werden muss oder nicht, müssen wir in den nächsten Tagen und Wochen miteinander besprechen.“ Ursprünglich sollte der Klimaschutzplan vor der Sommerpause im Kabinett verabschiedet werden. Dieses Vorhaben kommt nun immer mehr in zeitliche Bedrängnis.

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Quelle Handelsblatt

Silke Kersting
Handelsblatt / Korrespondentin

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